Weingut Eymann

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Ein Pionier des biologischen Weinbaus

Das Weingut Eymann besuchte die Weingilde
(April 2014)

Schon seit 1982 fĂŒhrt Rainer Eymann sein 15 Hektar großes Weingut nach den Kriterien des biologischen Weinbaus. Damit gehört er zu den ersten deutschen Winzern, die sich gegen den damals sehr intensiven Einsatz von Pestiziden und Fungiziden wandte. Seit 2005 wird sogar biologisch-dynamisch gearbeitet. Die Weine, die dabei entstehen, stellte seine Frau, Ingeborg Wagner-Eymann, den Mitgliedern und zahlreichen GĂ€sten der Weingilde beim Apriltreffen vor.

Zum ersten Wein, einem St. Laurent RosĂ© von 2013, erzĂ€hlte sie, dass es ursprĂŒnglich eine französische Rebsorte war, die dann aber ĂŒber Deutschland nach Österreich kam, wo sie am meisten angebaut wird. FĂŒr den Namen gibt es mehrere ErklĂ€rungen, darunter die, dass bei dieser Rebsorte die TraubenfĂ€rbung um den 10. August anfĂ€ngt, dem Namenstag des hl. Laurentius. 2013 lieferte wegen der vielen kalten NĂ€chte sehr sĂ€urebetonte Weine, was durch einen biologischen SĂ€ureabbau gemildert wird. Frau Wagner-Eymann begleitete die Weine mit vielen interessanten Informationen ĂŒber das Weingut: Sie wollen Weine mit einem individuellen Stil, die lagerfĂ€hig sind und durch SpontanvergĂ€rung entstehen, und verschließen sie entweder mit Schraubverschluss oder mit Korken, wobei sie anmerkte, dass der Korkenmarkt inzwischen etwas entspannter ist, weil doch viele Winzer auf AlternativverschlĂŒsse gewechselt sind.

Mitgebrachte Fotos vermittelten EindrĂŒcke vom Weingut und von den Weinlagen auf dicken Lössschichten, einem Boden, der das vierfache Volumen an Wasser aufnehmen kann, so dass die Rebstöcke auch in trockenen Jahren kaum einmal unter Wassermangel leiden. Vor allem die intensive BegrĂŒnung im FrĂŒhjahr mit Leguminosen, Getreidepflanzen und BlĂŒhpflanzen fĂŒr die Bienen und die Schilderung, wie das jĂ€hrliche NachsĂ€en der BlĂŒhpflanzen, das die Vergrasung verhindert, passiert und wie der Boden rund um die Rebstöcke von Konkurrenzpflanzen frei gehalten werden, waren fĂŒr viele neu. Auch der Vergleich der Kupfermengen, die frĂŒher im konventionellen Weinbau eingesetzt wurden (bis 50 kg pro ha und Jahr), mit den Mengen, die heute im biologischen Weinbau statt Fungiziden zulĂ€ssig sind (maximal 3 kg pro ha und Jahr – bei ihnen sind es dank der Lage im Regenschatten der Haardt nur 1-2 kg), verblĂŒffte.

Die drei folgenden Weißweine waren alle von 2012: ein schöner trockener Riesling Kabinett, eine durch gemeinsames VergĂ€ren im StĂŒckfass erzeugte CuvĂ©e aus Chadonnay, Weißburgunder und Grauburgunder, in der die Charakteristika der drei Rebsorten einen wunderbaren Gesamteindruck erzeugten, und eine SpĂ€tlese vom gelben Muskateller, dessen 20 Gramm Restzucker ausgezeichnet zum HolunderblĂŒtenaroma passten. Diese Rebsorte hat ihre UrsprĂŒnge in Kleinasien und kam schon mit den Römern in die Pfalz.

Den Abend beschlossen zwei Rotweine von 2010: ein SpĂ€tburgunder und ein im Barrique ausgebauter Merlot. Hier erzĂ€hlte Frau Wagner-Eymann, dass sie die Trauben erst lesen, wenn auch die Kerne reif sind, denn nur so lassen sich grĂŒne Töne vermeiden, und dass sie ihre Rotweine vor dem AbfĂŒllen nicht filtrieren, um Aromaverluste zu vermeiden und ein weicheres MundgefĂŒhl zu erreichen.

Mit einem FrĂŒhlingsstrauß bedankte sich Obergildemeister, Dr. Siegfried Weber, fĂŒr den ĂŒberaus gelungenen und lehrreichen Abend.