Italienische Weine

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Der Geschmack von Venetien
(April 2006)

Die Weinwelt ist vielfältig, die Geschmackseindrücke vielschichtig: je nach Rebsorte, Bodenbeschaffenheit, klimatischen Einflüssen und Jahrgang. Insofern gibt es keine Langeweile bei der Weingilde; es ist sozusagen eine "unendliche Geschichte". Immer wieder gibt es Spannendes, das eine genaue Betrachtung lohnt.

Diesmal stellte der Kellerwart der Weingilde, Jens Zepp, eine Kollektion interessanter Weine aus dem Weinbaugebiet Venetien (Veneto), dem wohl vielfältigsten Weinbaugebiet Italiens, vor. Es waren Weine aus der Gegend um den Gardasee und Verona. Ein Bereich, in dem die Weine gewöhnlich aus heimischen Rebsorten bereitet werden und folglich typisch italienisch schmecken. International verbreitete Reben sind hier in der Minderzahl. Östlich, nicht weit von Verona entfernt, liegen die Weißweinberge der DOC Soave (DOC: Gebiet, in dem ein bestimmter Weinstil auf traditionelle Weise bereitet wird). Nordwestlich der Stadt liegt die DOC Valpolicella und ein wenig weiter westlich befinden sich die Ufer des Gardasees und die Weinberge der DOC Bardolino. Also drei weltweit bekannte italienische Weinnamen in der Provinz Verona, die die zu verkostenden Weine beherrschten.

Die Probe begann mit einem Prosecco Frizzante, einem schwach schäumenden Schaumwein aus der Rebsorte Prosecco. Leicht, frisch und anregend. Die folgende Weißwein-Cuvee war ein bekannter Trinkwein (Bianco di Custoza) vom Südostufer des Gardasees. Eher ein Wein für alle Tage. Dem stand ein qualitativ hochwertiger Soave aus dem Classico Bereich gegenüber. Ein ausdrucksstarker Wein, mit Auszeichnungen gesegnet.

Weiter ging es mit einem leichten und fruchtigen (frisches Kirscharoma) Rotwein aus den Bardolino-Weinbergen in den Hügeln nordöstlich der Stadt Bardolino bis zu den Ufern des Gardasees. Gesteigert wurde mit einem Valpolicella Classico Superiore. Typisch und gemacht entsprechend den traditionellen Anforderungen von der sehr bekannten Weinbaufamilie Tedeschi. Er kommt aus einer nördlich von Verona gelegenen Region. Wohl einer der bekanntesten Weine Italiens, der mindestens ein Jahr (bei einem Alkoholgehalt von mindestens 12 Prozent) altern muss. Ein schon recht gehaltvoller Wein mit intensivem Geschmack. Danach folgte wiederum ein Valpolicella Superiore von den Hügeln von Montecchia aus dem Weinberg Campo Lavei von Ca Rugate. Eine weitere Steigerung. Tiefrot in der Farbe, mit ausgeprägtem Aroma von schwarzen Früchten und Erdbeeren, eleganten Tanninen und sehr intensivem Geschmack. Schon das Besondere unter den Valpolicellas.

Die Spitze des Abends war jedoch der Amarone della Valpolicella von Tedeschi. Ein Wein, der aus getrockneten Trauben hergestellt wird (in der Regel aus drei verschiedenen Rebsorten). Mit der Folge, dass sich durch den damit erreichten Wasserentzug die in der Traube enthaltenen Duft- und Aromastoffe enorm verdichten. Das führt zu einem Wein mit einzigartigem Charakter. Er wird körperreich, intensiv und nachhaltig im Geschmack. Der letzte Wein entsprach genau diesen Bedingungen. Leider hat dieses Verfahren auch seinen Preis. Rund 25 Euro muss man schon für diesen Amarone von Tedeschi bezahlen.

Damit ging eine interessante Weinprobe zu Ende, die zeigte, dass in der Region um den Gardasee herum sehr interessante Weine hergestellt werden. Insbesondere die Roten zeigen sich hier in guter Form.