Ausflug in den Nordschwarzwald

5. November: Weingut Selbach-Oster aus Zeltingen (Mosel)

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Dem Regen entkommen
Die südliche Ortenau war das Ziel von Weinheimer Weinfreunden
(Ausflug 2019)

Am 13. Juli fand in diesem Jahr der Ausflug der Weinheimer Weingilde statt, und er führte die Weinfreunde in die Ortenau. Um 7:45 Uhr startete der mit rund vierzig Personen gut besetzte Bus am Rolf-Engelbrecht-Haus Richtung Süden. Als er sich dem ersten Ziel, dem Weingut Villa Heynburg, einer 100-prozentigen Tochter der Winzergenossenschaft Hex vom Dasenstein, in Kappelrodeck näherte, wurde der Himmel immer heller – und tatsächlich präsentierte sich der ganze Tag viel schöner, als die meisten erwartet hatten.

Da die Fahrt völlig staufrei verlaufen war, kamen die Mitglieder und Freunde der Weingilde überpünktlich in Kappelrodeck an, was die Weinprobe zu einem ganz entspannten Erlebnis machte. Der Nebenerwerbswinzer Thomas Hund stellte drei Weiß- und zwei Rotweine – alle trocken ausgebaut – der Villa-Heynburg-Schiene vor: einen Riesling und einen Weißburgunder von 2016, einen Chardonnay von 2017, einen Spätburgunder von 2013 und einen Cabernet Sauvignon von 2015. Dazu gab es jede Menge Informationen über den Betrieb und die Abgrenzung seiner Weine von den Genossenschaftsweinen sowie viele Fragen der Gäste, die Thomas Hund gerne beantwortete.

So eingestimmt ging es mit dem Bus weiter nach Waldulm ins Gasthaus Rebstock, wo ein Mittagessen wartete. Egal ob Fisch oder Fleisch, die servierten Gerichte mundeten sehr gut. Wer wollte, konnte sich anschließend noch etwa eine halbe Stunde die Beine vertreten, bevor alle wieder im Bus Platz nahmen, um das Ziel der zweiten Weinprobe anzusteuern, das Weingut Freiherr von und zu Franckenstein in der Offenburger Oststadt.

Dort führte dann Georg Huschle, der Vater von Stefan Huschle, dem derzeitigen Weingutinhaber, bei fünf Weinen in die Geschichte des Weinguts, seine Weinlagen und die Herangehensweise der Huschle-Familie an die Weinerzeugung ein. Die Geschichte des Weinguts reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert, wobei die älteste Aufzeichnung über einen Rebhof aus dem Jahr 1517 stammt. Seit 1710 gehören die Weinberge den Freiherren von und zu Franckenstein, die seit Ende des 17. Jahrhunderts in Ullstein in der Nähe von Neustadt an der Aisch zu Hause sind. 2007 übernahm die Familie Huschle das Weingut, ein Gründungsmitglied des VDP, vom damaligen Inhaber Hubert Doll, und Stefan Huschle ist seit 2008 Nachfolger von Doll als VDP-Mitglied.

Verkostet wurden wieder drei Weiß- und zwei Rotweine, diesmal ein Weißburgunder von 2018, ein Grauburgunder von 2017, ein Riesling von 2016, ein Zweigelt von 2014 und ein Spätburgunder von 2015. Mit ihnen wurden auch drei der vier VDP-Qualitätsstufen abgedeckt: Ortswein, Erste Lage und Große Lage. Nach dem sehr genussreichen, unterhaltsamen und aufschlussreichen Besuch in Offenburg ging es zurück nach Weinheim. Da es – wie seltenst auf der A5 – auch auf dem Rückweg keine Staus gab, wurde das Ziel schon gegen 19:30 Uhr erreicht. Nach der Ankunft wurde dem Busfahrer für sein sicheres Fahren und der Organisatorin des Ausflugs, Praxedis Wagener, für die ausgezeichnete Planung gedankt, und so mancher packte ein paar Flaschen aus den Tiefen des Busses in den Kofferraum des Autos um.
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