Weine aus dem Piemont

5. Dezember: Weine aus La Palma

Zu den Waßmer-Weinen
Zur Jahresübersicht 2011

Die Weingilde genoss zum Jahresabschluss „Cool-Climate“-Weine
aus Italien
(Dezember 2011)

Beim Dezembertreffen der Weinheimer Weingilde stellten Obergildemeister Dr. Siegfried Weber und Kassenwart Jens Zepp sechs Rotweine aus dem Piemont vor. Diese Weine unterscheiden sich in ihrer Charakteristik deutlich von den Rotweinen anderer italienischer Regionen, denn die klimatischen Bedingungen im Piemont ähneln denen der nördlichen Weinanbaugebiete – daher die Bezeichnung „Cool Climate“. Obwohl der Weinanbau im Piemont schon sehr alt ist, gelang es den Winzern erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Rebsorten bis zur physiologischen Reife zu bringen. Bis dahin wurden die Trauben zu Rosinen getrocknet, bevor sie zu Wein verarbeitet wurden – sprich es gab nur Süßweine, außer für den Privatverbrauch.

Die ersten fünf Weine stammten von der Azienda Agricola Mossio Fratelli, die in Rodello etwa zehn Hektar bewirtschaftet. Im Herbst 2010 hatte der Winzer seine Weine im Restaurant L'Osteria Vineria, einem italienischen Lokal in Mannheim, im Rahmen einer kulinarischen Weinprobe vorgestellt. Damals beschloss Siegfried Weber, nicht nur für sich, sondern auch für einen Gildeabend Weine zu kaufen.

Die Probe begann mit Dolcetto-Weinen. Laut Jens Zepp wird diese Rebsorte als „Portugieser des Piemont“ bezeichnet, doch fand er, dass schon allein wegen der Farbe der Vergleich mit dem Dornfelder angebrachter wäre. Die verkosteten Weine zeigten jedoch, dass aus dieser einfachen Sorte mit etwas Einsatz auch sehr ansprechende Tropfen gemacht werden können.

Jens Zepp erklärte, dass der Zusatz d’Alba bei den ersten beiden wie auch beim dritten Wein, einem reinen Barbera, die Großlage angibt. Daneben gibt es im Piemont Einzel- und „Dorflagen“, die jedoch neben dem namengebenden Ort auch noch andere Dörfer umfassen. Die berühmteste Dorflage ist Barolo; diese Weine müssen immer aus Nebbiolo-Trauben gemacht werden, die innerhalb der Grenzen des Barolo-Gebietes wachsen.

Der Barbera wies Himbeer- und Gewürzaromen auf. Ihm folgte eine Cuvée aus Nebbiolo, Barbera und Dolcetto von 2007, die sehr harmonisch wirkte. Danach kam ein reiner Nebbiolo, der trotz seines Alters von fünf Jahren mit Sicherheit noch einige Jahre lagerfähig sein dürfte.

Zum Schluss gab es noch einen Wein einer Winzergenossenschaft im Piemont beendet: Es war ein Barbaresco DOCG von 2007 der Produttori del Barbaresco. Insgesamt hat Barbaresco etwa 500 Hektar Rebflächen, davon gehören 100 Hektar zur Genossenschaft. Das wohl berühmteste Mitglied dieser Genossenschaft ist Angelo Gaia.

Jens Zepp ging kurz auch auf das Auftauchen relativ billiger Barolo-Weine in deutschen Discountern ein. Hier wird die Überschussproduktion, die nicht den Qualitätsansprüchen der erzeugenden Winzer entspricht, aber rein rechtlich als Barolo-Wein bezeichnet werden darf, unter einem Fantasienamen vermarktet. Früher wurden diese Weine als einfache Nebbiolos in den Handel gebracht, heute tauchen sie für deutlich mehr Geld als Barolo beim deutschen Discounter auf.