Weingut Darting

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Weißer Wein aus roten Trauben und andere Spezialitäten
(Februar 2013)

Manchmal kann der Weinfreund seinen Lieblingswinzer auch zu neuen Abfüllungen „überreden“. Das war eine der Erkenntnisse aus dem Besuch von Heike Darting vom gleichnamigen Weingut in Bad Dürkheim beim Februartreffen der Weinheimer Weingilde.

Doch bevor sich die Gildemitglieder den Ausführungen und Weinen von Frau Darting zuwenden konnten, mussten sie von Obergildemeister Siegfried Weber eine traurige Nachricht erfahren: Hermann Cetto, der Gründungsmitglied der Weingilde und über zwanzig Jahre ihr Vorsitzender war, und ohne dessen enormes Engagement der Verein wohl kaum in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern könnte, war am 30. Januar im Alter von 92 Jahren friedlich im Beisein seiner Kinder gestorben. Nach einer Minute des stillen Gedenkens leitete Siegfried Weber mit den Worten, dass der Verstorbene sicherlich nicht gewollt hätte, dass „seine Gildianer“ an diesem Abend auf ihren Wein verzichten würden, zur Vorstellung der Weine über.

Das Weingut Darting, dessen Inhaber Ella Darting und ihr Sohn Helmut Darting sind, wird daneben noch von der Tochter Heike Darting geführt. Ihr Part ist die Vermarktung, der von Helmut die Weinerzeugung.Bei einer Betriebsgröße von 25 Hektar brauchen sie natürlich Hilfe, und die kommt von einem Techniker, drei weiteren Festangestellten und einer ganzen Reihe von Saisonarbeitern.

Das Weingut hat viele, sehr gute Rieslinglagen, baut aber auch weitere Weißweinsorten wie Weißburgunder und Chardonnay an. Seit dem Bau eines Holzfasskellers im Jahr 2000 erzeugen die Dartings auch Rotweine, derzeit rund 38%, darunter Primadonnen wie den Schwarzriesling und den St. Laurent.

Zwei der Weine, die Heike Darting mitgebracht hatte, waren Cuvées, und beide wurden als Reaktion auf Kundenwünsche ins Programm genommen: die aus Weißburgunder und Chardonnay für Kunden, denen Riesling zu säurereich ist, und eine aus weiß gekeltertem Schwarzriesling und Spätburgunder – sprich den typischen Champagnersorten –, die wegen der Kundennachfrage inzwischen fester Bestandteil der Weinliste ist.

Heike Darting erzählte auch, dass momentan die Nachfrage nach ihren Weißweinen so groß sei, dass eigentlich noch viel zu junge Weine, wie der als zweiter Wein verkostete 2011er Riesling vom Herrenberg, schon ausverkauft seien. Da viele ihrer rund 63% Privatkunden mit ganz bestimmten Vorstellungen zu ihnen kämen, sei das keine sehr angenehme Situation für sie. Die derzeitige Knappheit bei den Weißweinen war auch der Grund dafür, dass an diesem Abend neben drei weißen Weinen vier rote verkostet wurden – alle von der traditionellen Dürkheimer Rotweinlage Feuerberg: ein St. Laurent von 2010, der fast zwei Jahre im großen Holzfass gelegen hatte, ein 2011er Schwarzriesling, der natürlich noch sehr jung wirkte, aber trotzdem schon sehr angenehm zu trinken war, ein 2010er Spätburgunder, der ein sehr angenehmer Essensbegleiter ist, und zum Schluss ein 2009er Spätburgunder, der knapp zwei Jahre im Barrique gereift war und seine große Klasse deutlich zeigte.

Heike Darting überzeugte nicht nur mit ihren Weinen, sondern auch mit ihren pointierten humorvollen Kommentaren und verblüffte mit Details über die Kosten von und das Arbeiten mit Holzfässern, die für viele neu waren.