Weingut Oliver Zeter

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Französische Weine aus der Pfalz: Ein begeisterter und begeisternder Winzer bei der Weingilde
(Februar 2016)

Oliver Zeter, der zusammen mit seiner Frau aus Neustadt zur Weingilde gekommen war, um einen Einblick in sein Weingut zu geben, bewies, dass es gut tut, sich einen Traum erfüllen zu können.

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Er wusste schon früh, dass er Winzer werden möchte, und absolvierte deshalb auch eine Winzerlehre, machte eine Ausbildung zum Weinbautechniker und ging für jeweils ein Jahr nach Südafrika und Italien. Da es aber kein elterliches Weingut gab, in das er hätte einsteigen können, folgten dann elf Jahre in Hamburg als Weinhändler und -importeur. Seit 2003 ist er wieder in der Pfalz und begann zunächst rein als Hobby, Wein zu machen. Die ersten Produkte waren alles andere als überzeugend, was er mit seiner Ungeduld (die er inzwischen besser im Griff hat) und der geringen Menge erklärte („man kann kein Gulasch in einer Espressotasse kochen“). 2007 erzeugte er dann seinen ersten „richtigen“ Wein und fand im Betreiber der Sansibar auf Sylt sofort einen Abnehmer, was seinen Wein rasch breiter bekannt machte.

Und welcher Wein war es? Ein Sauvignon Blanc, denn in Südafrika hatte er seine Liebe zu dieser Rebsorte entdeckt, und heute sind von den insgesamt bewirtschafteten 20 Hektar mehr als 10 Hektar mit ihr bestockt. Darum stand diese Rebsorte auch beim Februartermin der Weingilde mit drei Vertretern von 2014 im Zentrum. Auch mit den anderen Weinen blieb man in Frankreich, denn die eigentliche Heimat aller Sorten ist Frankreich: ein Viognier von 2012, ein Chenin Blanc von 2014 sowie ein Syrah und ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah von 2012.

Oliver Zeter liest seine Sauvignon-Blanc-Trauben nicht vollreif, weil sich die Weinstilistik, die er im Sinn hat – möglichst Alkoholgehalte unter 12,5% –,beim Sauvignon Blanc nur so verwirklichen lässt. Der erste Wein war eine Lagencuvée, der zweite war, passend zu seinem Namen Steingebiss, deutlich mineralischer als der fruchtbetonte erste. Er war in einem großen alten Bierfass ausgebaut worden, dass Zeter nach dem Kauf mit einer Edelstahltür und einer Kühlung ertüchtigt hat und das als rundes Fass viel bessere Rahmenbedingungen für das Ablagern der Hefe schafft als die üblichen ovalen Fässer, so dass er den Wein unfiltriert abfüllen konnte. Der dritte hatte – in Anlehnung an die Loire-Tradition – den Zusatz fumé. Er wurde zu 60% in neuen 300- bis 550-Liter-Fässern und zu je 20% in älteren Fässern und im Stahltank ausgebaut. Alle drei Weine überzeugten ohne Wenn und Aber.

Mit dem Viognier hatten viele Gäste des Abends eine ihnen bis dahin unbekannte Rebsorte im Glas. Sie war in den 1960er Jahren fast ausgestorben und ist heute eigentlich nur in Frankreich in nennenswertem Umfang zu finden. Diese Sorte braucht viel Wärme und Sonne, und 2012 bot für sie ideale Voraussetzungen. Der Wein wird ausschließlich in alten Holzfässern ausgebaut und sollte nicht zu kalt getrunken werden. Der folgende Chenin Blanc war der Erstertrag eines Weinbergs, der nicht Zeter gehört, aber seiner Meinung ideal für diese Rebsorte geeignet ist, und dessen Besitzer nicht gleich begeistert von der Idee war, seine Lage mit einem solchen Exoten zu bestocken. Doch das Ergebnis dürfte ihn beruhigt haben: Der Wein mundete ausgezeichnet.

Der erste Rotwein, der Syrah, stammte von einer 2009 gesetzten Rebanlage. Zeter sprach ihm eher einen weiblichen Charakter zu, während er die abschließende Cuvée als maskulin titulierte und sagte, sie solle ähnlich einem französischen Château-Wein den Charakter des Weinguts widerspiegeln.

Natürlich musste Oliver Zeter auch erklären, warum auf seinen Weinflaschen ein Bär zu sehen ist. Die Zeichnung stammt von Otto Dill, einem 1884 in Neustadt geborenen und 1957 in Bad Dürkheim gestorbenen Maler, der ein guter Freund von Zeters Urgroßvater Bär war und diesen einmal auf einer Grußkarte als Bär mit einem Glas Wein in der Hand dargestellt hat.