Weingut Rolf und Tina Pfaffmann

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Exclusiv-Weine aus der Südpfalz
(Februar 2007)

Thema der Februar-Weinprobe der Weinheimer Weingilde waren Weine aus dem Weinort Frankweiler in der Südpfalz. Von dort kam Tina Pfaffmann, um sieben Weißweine des Jahrgangs 2005 (einen Silvaner, zwei Rieslinge, eine Cuvée, einen Weiß- und einen Grauburgunder sowie einen Muskateller) und einen Spätburgunder aus dem „Hitzejahr“ 2003 des von ihr gemeinsam mit ihren Eltern geführten Weinguts vorzustellen. Das Verhältnis weiß:rot zeigt, dass Tina Pfaffmann sich anders als viele deutsche Winzer nicht dem Trend zum Anbau von Rotweinrebsorten angeschlossen hat. Im Weingut dominieren zu 90 % nach wie vor die Weißweine; etwa ein Drittel der 15 ha Rebfläche ist allein dem Riesling vorbehalten, von dem Tina Pfaffmann sagte, er sei ihre Lieblingssorte und es mache ihr einfach Spaß, mit ihm zu arbeiten.

Die Prinzipien, nach denen Tina Pfaffmann, die ihr Handwerk auf drei Lehrstationen in der Pfalz, unter anderem bei Müller-Catoir, und in Australien gelernt hat, seit 2001 den elterlichen Betrieb führt, lassen sich so zusammenfassen: Alle Weißweine werden im Edelstahltank ausgebaut, die Rotweine im großen Holzfass oder mindestens ein Jahr im Barrique-Fass; ihr ist sauberes Lesegut wichtiger als maximale Öchslegrade; die Weißweine sind zu über 90 % trocken ausgebaut, die Rotweine zu 100 %; die Weißweine werden nur einmal aus der Gärung heraus filtiert, damit sie möglichst wenig mit Luft in Kontakt kommen; die Weine kommen in zwei Linien auf den Markt – der klassischen Abfolge aus QbA-, Kabinett-, Spätlese- und Auslesewein und der Exclusiv-Reihe, für die nur die besten Trauben aus den besten Lagen des jeweiligen Jahres verwendet werden. Fünf der verkosteten Weine entstammten der Exclusiv-Reihe.

Seit 2004 gibt es als Besonderheit noch die T Cuvée, eine hochwertige trockene Weißwein-Cuvée, die nicht aus den fertigen Weinen verschnitten wird, sondern für die die Trauben gemeinsam gepresst werden. Im ersten Jahr enthielt sie zu 50 % Weiburgunder; der Rest waren Grauburgunder, Silvaner und Riesling. Beim 2005er Jahrgang, den die Weingilde zu kosten bekam, dagegen war der Riesling-Anteil 50 %. Und das behielt Tina Pfaffmann beim 2006er Jahrgang bei.

Auf die Frage eines Gastes nach der Spontanvergärung meinte sie, früher hätte sie sie vollkommen abgelehnt, inzwischen habe sie ihre Meinung zwar geändert, doch beschränke sie sie auf Riesling und Grauburgunder. Außerdem beobachte sie natürlich genau, ob eine begonnene Spontanvergärung auch nicht zu langsam weitergeht oder zu früh aufhört. 2006 sei genau das passiert, und da habe sie selbstverständlich dann noch Zuchthefen zugesetzt. Dagegen war bei dem verkosteten 2005er Grauburgunder eine Spontanvergärung bis zum recht seltenen Ergebnis eines ganz trockenen Weines abgelaufen.

Der ebenfalls aus der Exclusiv-Reihe stammende 2005er Muskateller war mit 0,4 g Restzucker ihr trockenster Wein dieses Jahrgangs. Die Arbeit im Weinberg bei dieser Rebsorte ist sehr aufwändig, denn um die Gefahr des Botritis-Befalls der sehr dichten Trauben möglichst klein zu halten, geht sie kurz nach der Blüte durch die Reben und halbiert alle Trauben. So haben die Beeren später mehr Platz sich nach unten auszudehnen.

Der als letzter Wein ausgeschenkte Spätburgunder wurde wie alle Rotweine des Weinguts durch Maischevergärung ohne Erhitzen gewonnen, und er durfte eineinhalb Jahre im Barrique-Fass reifen, was ihm eine feine, harmonische Vanillenote verlieh.

Als eine Art Nachtrag zum letzten Treffen, bei dem den noch der Weingilde angehörenden Gründungsmitgliedern die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde, las Magda Behlau, eine der geehrten, einen Text vor, mit dem ihr Mann das erste Jahr der inzwischen 33-jährigen Weinheimer Weingilde Revue passieren hatte lassen. Bei den ebenfalls anwesenden Gründungsmitgliedern Hermann Cetto sowie Lore und Hermann Moll wurden damit schöne Erinnerungen wachgerufen. Für alle anderen war es eine reizvolle Zeitreise.

Die Gildemitglieder und –gäste dankten der reizenden und kompetenten Referentin Tina Pfaffmann mit reichlich Applaus für den gelungenen Abend.