Weingut Ullrichshof

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Junger Winzer überzeugt mit seinen Weinen
(Februar 2005)

Warum denn in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah. Dieser Satz beschreibt perfekt den Eindruck, den der Jungwinzer Gerd Faubel vom Weingut Ullrichshof aus Maikammer bei seinem Besuch bei der Weinheimer Weingilde hinterließ. Das Weingut, das seit 100 Jahren besteht und auch optisch eine Reise wert ist, ist ein Familienunternehmen, in dem sich die ältere und die jüngere Generation hervorrragend ergänzen: Vater und Sohn kümmern sich vor allem um den Weinberg und die Kellerarbeiten, Mutter und Schwiegertochter um die Betreuung der Kunden, die Buchhaltung und die Organisation der vor rund fünf Jahren zusätzlich gestarteten Pension.

Als Gerd Faubel wichtige Stationen seines Berufsweges erzählte, der ihn während der Lehre zu zwei Betrieben in der näheren Heimat und bei der Vertiefung und Verbreiterung seines Wissens unter anderem nach Frankreich und Österreich geführt hatte, konnte man kaum glauben, dass ein erst 30-jähriger Winzer vor einem steht. Die Neugier der Gildeaner war groß, denn das Weingut war in den letzten Jahren immer häufiger wegen seiner Auszeichnungen aufgefallen. So kam es letztes Jahr bei einer Verkostung seiner 2003er Weine durch Journalisten, Sommeliers und Önologen unter 21 Weingütern der Südpfalz auf den ersten Platz, und es gelang ihm der Sprung unter die 100 besten Weingüter Deutschlands. Gerd Faubel hat seit der Stabübernahme kontinuierlich und offensichtlich erfolgreich daran gearbeitet, seine Qualitätsvorstellungen in den von ihm produzierten Weinen deutlich werden zu lassen. Die Familie bewirtschaftet nur mit der Hilfe zum Teil langjähriger Saisonarbeiter 22 Hektar Rebfläche, die an der Südlichen Weinstraße, in Haardt und in Gimmeldingen liegen. Das Verhältnis von 40% Rotweinsorten (vor allem Dornfelder, St. Laurent und Spätburgunder) und 60% Weißweinsorten (vor allem Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay) ist seit Jahrzehnten nahezu konstant. Verkostet wurden ausschließlich Weine des Jahrgangs 2003, der sicher kein einfacher Jahrgang war: Zu wenig Niederschläge, eine geringere Säure als üblich und eine zu frühe Reife haben den Winzern vor allem bei den Weißweinen das Leben schwer gemacht und ihr Können herausgefordert.

Die sehr zugänglichen, runden und gehaltvollen Weine, die Gerd Faubel mitgebracht hatte, bewiesen sein Können. Die Spätburgunder Spätlese, mit der gestartet wurde, war trotz ihres jugendlichen Alters schon erstaunlich rund, wird aber erst in einigen Jahren ihre ganze Klasse zeigen. Die Trauben für den als Übergang zu den Weißweinen gewählten Spätburgunder Rosé waren so reif, dass sie trotz des ganz vorsichtigen Pressens einen kräftig rosafarbenen Saft lieferten, so dass dieser Rosé fast so rot war wie ein klassisch blasser deutscher Rotwein. Die drei folgenden Rieslinge, ein Kabinett, eine feinherbe Spätlese und eine halbtrockene Spätlese, zeigten deutlich den Einfluss des Bodens. Mit einem Weißen und einem Grauen Burgunder stellte Gerd Faubel seine Burgunderfamilie vor, wobei er meinte, dass das Jahr 2003 für diese Rebsorten nicht so schwierig gewesen war wie gerade für den Riesling. Beim Weißburgunder fühlten sich die Gildeaner in illustrer Gesellschaft, denn immerhin war dieser Wein bei der letzten Bambiverleihung ausgeschenkt worden. Zum Abschluss gab es eine Rieslaner Auslese als überzeugendes Beispiel für den edelsüßen Bereich. Erfreulich und angesichts der Qualität und der in der gleichen Liga spielenden Weingüter kaum zu glauben sind die Preise, zu denen der Ullrichshof seine Weine anbietet.

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