Weingut Salwey

5. September: Jahreshauptversammlung

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Junges Weingut mit großer Anziehungskraft
(Januar 2009)

Nicht nur viele Mitglieder der Weinheimer Weingilde, sondern auch eine große Zahl an Gästen erlebten im Kerwehaus, wie Konrad Salwey, der statt seines durch einen Knöchelbruch verhinderten Vaters gekommen war, die Weine des renommierten Weinguts aus Oberrotweil vorstellte. Eines war nach diesem Abend auf jeden Fall klar: Um die Zukunft des Weinguts braucht sich der Weinfreund keine Sorgen zu machen, denn der Sohn, der 2002 seine Ausbildung abgeschlossen hat, hat einen genauso hohen Qualitätsanspruch wie sein Vater und ist mit Leib und Seele Winzer. Das Weingut hat inzwischen eine Größe von 22 ha, die sich auf 220 Flurstücknummern verteilen, und bezieht zusätzlich Trauben von 18 ha, die von Winzern nach der Vorgabe der Salweys bewirtschaftet werden. Sie machen zu 100% Handlese und kommen auf rund 1000 Arbeitsstunden pro Hektar – Qualitätsweinbau ist zeitaufwendig.

Zwei Gäste wurden an diesem Abend namentlich begrüßt: Landrat Dr. Jürgen Schütz, dessen Familie mit der Familie Salwey freundschaftlich verbunden ist, seit sich der Vater von Dr. Schütz und der Großvater von Konrad Salwey im Krieg kennengelernt hatten, und der Sommelier von Hutter im Schloss, von wo an diesem Abend auch die Weingläser kamen, denn Wolf-Dietrich Salwey hatte Wert darauf gelegt, dass seine Weine aus großen Gläsern, wie sie sich im Bestand der Weingilde nicht finden, getrunken werden.

Den Abend eröffnete Konrad Salwey mit einem kurzen Exkurs in die verworrene Familiengeschichte der Salweys, die alte Wurzeln in der Schweiz und viel jüngere in Westpreußen haben, und erzählte, dass das Weingut in seiner heutigen Form erst seit 1950 existiert. Dazu gab es den ersten Wein, einen Auxerrois, der von gut 50 Jahre alten Rebstöcken auf einem Löss-Lehm-Boden stammte; nach Salwey ein nicht zu anspruchsvoller Wein, neben dem man sich auch noch unterhalten kann.

Die nächsten Weine wurden immer paarweise ausgeschenkt. Zuerst kam eine Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay und ein Weißburgunder Großes Gewächs von der Lage Henkenberg. Bei der Cuvée hatte sich das Weingut in den letzten Jahren immer für ein Mischungsverhältnis von 80:20 entschieden, und die Weine reiften teilweise in großen Holzfässern, teilweise im Edelstahltank, wobei Salwey stolz erzählte, dass sie inzwischen auch Fässer aus Holz vom eigenen Wald verwenden. Ein Großes Gewächs ist ein Wein von Reben in einer besonders guten Lage. Winzer, die sich dieser Idee verschreiben, verzichten dann meist bei ihren anderen Weinen auf die Lagenangabe. Der Barrique-Ausbau eines Teils des Weines für das Große Gewächs machte sich nur wunderbar dezent bemerkbar.

Salwey erklärte, dass er kein Freund der Kaltvergärung sei, denn er ziehe Weine mit einer flachen Entwicklungskurve den betont fruchtigen aus der Kaltvergärung vor, die schnell an Aroma verlieren, weil die für den Geschmack entscheidenden Fruchtester innerhalb von eineinhalb bis zwei Jahren abgebaut werden.

Nun wurden zwei Weine der wichtigsten Rebsorte am Kaiserstuhl, des Grauburgunders, verglichen, ein Kabinett trocken und ein Großes Gewächs von der Lage Eichberg – der eine ein unkomplizierter Alltagswein, der andere zu 100% aus dem Barrique ein Wein für besondere Gelegenheiten. Über die richtigen Weine am Kaiserstuhl hat Konrad Salwey seine ganz eigene Meinung: Man solle nur die Rebsorten anbauen, die zu den Temperaturen, Böden und Niederschlagsmengen der Gegend passen. So gestand er, dass er während seiner Lehre beim Weingut Wirsching in Franken deren Silvaner so schätzen gelernt habe, dass er keinen Kaiserstühler Silvaner mehr erzeugen möchte. Ähnlich findet er, dass es am Kaiserstuhl auch für den Riesling zu warm sei. Entsprechend bauen sie vorwiegend Burgundersorten an.

Die nächsten beiden Weine, ein Riesling und ein Spätburgunder Weißherbst, kamen beide nicht vom Kaiserstuhl, sondern aus dem rund 30 km entfernten Glottertal, in dem es deutlich kühler ist und das automatisch niedrige Erträge liefert (nur ca. 40 Hektoliter pro Hektar). Die Weine aus dem Glottertal haben ein großes Reifepotential, und sie sind stolz auf diese Weine, obwohl die räumliche Entfernung die Pflege der Weinberge nicht gerade einfach macht.

Zum Schluss kamen noch zwei Rotweine ins Glas, ein Spätburgunder von 2007 und einer von 2006, einem für die Winzer enorm schwierigen Jahr, bei dem sie die an den letzten beiden Lesetagen geernteten Trauben gar nicht mehr abgefüllt hatten. Salwey entschuldigte sich für die viel zu jungen Weine und erzählte, dass sie inzwischen ihren Lagerraum vergrößert hätten, so dass es künftig auch wieder länger gelagerte Weine bei ihnen geben wird. Damit endete ein außergewöhnlicher Abend, der neugierig auf die Weinpräsentanten der nächsten Monate machte.