Weine aus dem Beaujolais

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Edle Tropfen aus dem Süden des Burgund
(Januar 2006)

Einer der bekanntesten und beliebtesten Weine Frankreichs ist der Beaujolais. Beaujolais ist auch der Name der Region in Südburgund. Die Weine unterscheiden sich jedoch völlig von denen der Cote d’Or. Sie werden nicht aus der Pinot-Noir- (Spätburgunder), sondern aus der Gamay-Rebe gewonnen. Auch die Bodenbeschaffenheit ist eine andere; nämlich Ton und Granit statt Kalkstein. In diesem reizvollen Gebiet zwischen Lyon und Macon (ca. 55 Kilometer lang und 15 Kilometer breit), das mit Abstand das bedeutendste Gamay-Gebiet Frankreichs und der Welt ist, werden eher leichte und angenehm fruchtige Rotweine erzeugt.

Bekannt ist es auch wegen seiner im Eilverfahren produzierten Weine, der Nouveaus oder Primeurs. Es werden jedoch auch qualitativ hochwertige Rotweine hergestellt. Dies sind die aus 38 Gemeinden aus dem Zentrum der Region stammenden mit "AOC Beaujolais Village" bezeichneten Weine. Den feinsten Ausdruck erreichen jedoch die im nördlichen Beaujolais erzeugten Gewächse mit der Bezeichnung "AOC Cru du Beaujolais". Das sind Weine aus streng abgegrenzten Gebieten mit namentlicher Nennung der Gemeinde, aus der sie kommen. Der Höchstertrag ist auf 58 Hektoliter pro Hektar begrenzt. Es sind also recht bescheidene Mengen, die dort geerntet werden.

Praxedis Wagener weilte über die Jahreswende im Beaujolais und hat vor Ort getestet und Spitzenweine eingekauft und die mitgebrachten Grand Crus der Weingilde am ersten Gildeabend im neuen Jahr vorgestellt. Es begann mit dem zuletzt zum Cru gekürten 2004 Regnie, einem eher leichten und fruchtigen Wein. Der 2004 Regnie aus ökologischem Anbau zeigte schon mehr Farbe und Fülle.

Fruchtig, vielschichtig und nachhaltig war der 2004 Chiroubles. Ihm folgte ein feiner, geschmeidiger und vielschichtiger 2004 Fleurie.

Der 2004 Morgon vom Schiefer, einer der edelsten Crus, zeigte Intensität und Nachhaltigkeit. Auf Tonboden wuchs der 2004 Julienas, kräftig und mit intensivem Kirschgeschmack. Danach folgte aus dem Sonnenjahr 2003 der vollmundige Cote de Brouilly, der recht langlebig werden kann. Der letzte Wein war der 2003 Moulin a Vent aus alten Reben, mit kräftiger Struktur, trotzdem elegant und mit Anklang nach roten Früchten, wohl der edelste Wein des Beaujolais.

Damit endete eine interessante Probe, die zeigte, dass nicht nur die schweren Rotweine aus südlicheren Gefilden das Maß aller Dinge sind. Der besondere Reiz des Beaujolais liegt in seinen intensiven und reizvollen Aromen.