Weingut Dr. Wagner

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Die jüngste VDP-Winzerin gab sich die Ehre: Saar-Rieslinge bei der Weingilde
(Juli 2011)

Der Juli-Abend der Weinheimer Weingilde stand ganz im Zeichen der Königin der deutschen Rebsorten: Acht erstklassige Rieslinge des Weinguts Dr. Heinz Wagner aus Saarburg wurden kredenzt. Die Präsentation hatte Christiane Wagner übernommen, die nach dem Abschluss ihres Studiums in Geisenheim 2009 den elterlichen Betrieb übernommen hat.

Das Weingut verfügt über den größten Gewölbekeller an der Saar, und dort werden noch alle Weine in großen alten Eichenfässern ausgebaut. Nach Christiane Wagner geben diese Fässer ihren Weinen eine feinere Note, als es jeder Stahltank kann. Doch diese Philosophie hat natürlich auch ihre Nachteile: Die Pflege der Fässer ist sehr aufwendig, und wenn wirklich mal eines ersetzt werden muss, ist es äußerst schwierig, ein gut gepflegtes altes Ersatzfass zu finden.

Da vor ein paar Jahren der Name Moser/Saar/Ruwer für das Weinanbaugebiet durch Mosel ersetzt wurde, hat das Weingut Wagner nach Möglichkeit den Namen Saar im Weinnamen enthalten. Der erste Wein belegte das als Saar Riesling – der Einstiegswein, der schon die Qualität, die man von diesem VDP-Weingut erwarten dard, ankündigte. Danach folgten zwei Weine von den Einzellagen Saarburger Rausch und Saarburger Kupp.

Die Lage Saarburger Rausch würde sich als erste Lage der VDP-Bezeichnung für restsüße Weine eignen, die alten Reben aus der Saarburger Kupp für ein Großes Gewächs. Doch Christiane Wagner erklärte – zum Erstaunen manches Gildeaners –, dass sie kein Interesse daran habe, ihre Weine aus diesen Lagen unter den VDP-Klassifizierungen zu vermarkten, auch wenn sie die Güteanforderungen leicht erfüllen würden. Ihre Kunden seien mit den Lagennamen vertraut, und sie möchte sie nicht durch einen solchen Wechsel verunsichern, zumal es dann auch noch teurer für die Kunden werden müsste.

Der nächste Wein trug den Namen Generation V. Diese Bezeichnung führte das Weingut 2009 für den Wein aus einem 1000-Liter-Fass ein, der bei 12 Gramm Restzucker pro Liter aufgehört hatte zu gären und der zu gut war, als dass man ihn mit Wein aus anderen Fässern hätte verschneiden wollen, und es nahm damit Bezug darauf, dass Christiane Wagner die 5. Generation ist, die das Weingut führt. Der verkostete 2010er hatte 17 Gramm Restzucker, was wegen der dennoch vorhandenen gewissen Herbheit fast nicht zu glauben war. Die Nachfrage nach diesem Wein war so hoch, dass Christiane Wagner nur bedauerte, diesmal bewusst nicht mehr als ein Fass erzeugt zu haben.

Nun folgten drei feinherbe Weine, die alle erstaunlich wenig süß schmeckten, sondern vielmehr die Rieslingtöne hervorragend präsentierten und damit wohl auch erklären, warum laut Christiane Wagner die Nachfrage nach feinherben Weinen deutlich gestiegen ist.

Den Abschluss machte eine fruchtsüße Ockfener Bockstein Spätlese von 2009, bei der der Zuckergehalt von allen, die zu schätzen wagten, weit unterschätzt wurde: Die 70 Gramm Zucker waren von den 8,4 Gramm Säure wunderbar eingebunden. Die Lage liegt in der Form eines Amphitheaters quer zur Saar, was ein ganz eigenes Mikroklima zur Folge hat.

Überraschend für die Gäste des Abends waren sicherlich auch die Aussagen von Christiane Wagner, dass sie rund ein Drittel ihrer Weine – vor allem im Bereich lieblich – ins Ausland verkaufen und dass sie kein Freund des Ausdünnens ist, denn das würde den Weinen die Leichtigkeit nehmen, die ihr wichtig ist, und die Gefahr von Krankheiten erhöhen, weil die verbleibenden Beeren größer würden und sich so eher gegenseitig quetschen könnten.

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