Deutsche Weink├Ânigin Annika Strebel

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Zielstrebig, eloquent und weinbegeistert: Annika Strebel vertrat die ÔÇ×Marke“ Deutsche Weink├Ânigin ├╝berzeugend
(Juni 2013)

Beim Junitreffen wurde die Tradition fortgesetzt, dass die Deutsche Weink├Ânigin des Vorjahres der Weingilde einen Besuch abstattet – immerhin hat die Weingilde in den knapp 40 Jahren ihres Bestehens insgesamt 31 Deutsche Weink├Âniginnen bei sich begr├╝├čen d├╝rfen. Inzwischen sei die Deutsche Weink├Ânigin eine ÔÇ×Marke“, meinte Annika Strebel, mit der das deutsche Weininstitut weltweit bei Veranstaltungen mit hochrangigen Teilnehmern f├╝r den deutschen Wein werben wolle und bei der es daher schon lange nicht mehr reiche, l├Ąchelnd mit einem Weinr├Âmer in der Hand den Leuten zuprosten zu k├Ânnen.

Annika Strebel aus Wintersheim, das zur Verbandsgemeinde Guntersblum geh├Ârt und nur etwas mehr als 300 Einwohner hat, hatte Weine ihres elterlichen Betriebs mitgebracht, der noch ein klassischer landwirtschaftlicher Mischbetrieb ist, obwohl schon die Eltern mit der Flaschenabf├╝llung begonnen hatten. Zu 17 Hektar Rebfl├Ąchen kommen 60 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fl├Ąchen dazu. Auch heute noch werden die Trauben von der H├Ąlfte der Rebfl├Ąchen als Fasswein verkauft, doch aus den ├╝brigen macht Annika Strebels Bruder seit 3 Jahren als Kellermeister Weine, bei denen die Meinung der G├Ąste des Abends einhellig war: sehr ansprechende Weine mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verh├Ąltnis.

Schon als Kind wusste Annika Strebel, dass sie Winzerin – und Weink├Ânigin – werden wollte, und nach der 10. Klasse ging sie deshalb vom Gymnasium ab und begann eine Winzerlehre, die sie unter anderem in die Weing├╝ter Schales und Rebholz f├╝hrte. Doch dann wollte sie doch mehr wissen, holte das Abitur nach, studierte in Geisenheim Weinbau und Oenologie  und wird in wenigen Wochen damit fertig sein. Ihre erste Anstellung hat sie auch schon in der Tasche: ein Pflichtpraktikum f├╝hrte sie zur BASF, und dort wird sie ab dem Sommer auch als Angestellte bleiben.

Der Abend war den Wei├čweinen vorbehalten, und darunter den trockenen und feinherben. Doch Annika Strebel erz├Ąhlte, dass ein wesentlicher Teil ihrer Weine immer noch lieblich ausgebaut wird, denn diese Weine k├Ąmen bei den Kunden ihres Verkaufslagers in Bochum besonders gut an: Zweimal im Monat f├Ąhrt die Familie mit einer Ladung Wein nach Bochum, um dort ihre Direktkunden zu betreuen. Besuche auf dem Weingut in Wintersheim dagegen sind selten – aber das k├Ânnte sich nach dem Abend in Weinheim durchaus ├Ąndern.

Ihre Weine werden h├Ąufig zum Teil spontan und zum Teil mit Reinzuchthefen vergoren, um das Beste beider Methoden zu vereinen. Ein f├╝r viele G├Ąste neuer Begriff war der Minimalschnitt, den sie inzwischen bei einigen Lagen anwenden. Dieses Vorgehen reduziert den Arbeitsbedarf im Weinberg erheblich und hat dabei positive Auswirkungen wie Locker- oder Kleinbeerigkeit der Trauben, die damit weniger pilz- und f├Ąulnisanf├Ąllig sind.

Bei den Weinen, einem Wei├čen Burgunder trocken, zwei Rieslingen trocken, zwei Silvanern trocken und einem Riesling und einem Phoenix feinherb, interessierte nat├╝rlich besonders der ÔÇ×K├Âniginwein“, der von Annika Strebel f├╝r ihre Regentschaft als Rheinhessische Weink├Ânigin kreiert wurde. Es war der erste trockene Silvaner ihres Weinguts, wurde zum Gro├čteil durch Spontanverg├Ąrung erhalten und lag sehr lange auf der Hefe – sie wollte als Weinbaustudentin einen wirklich guten Wein als K├Âniginwein haben. Die Weinheimer Weinfreunde genossen den Wein, der anl├Ąsslich ihrer Wahl zu Deutschen Weink├Ânigin nach den gleichen Kriterien erzeugt worden war. Zur weitgehend unbekannten Rebsorte Phoenix erz├Ąhlte sie, dass sie vom Gauweilerhof stammt und eine Kreuzung aus Bacchus und Villard Blanc – einer Neuz├╝chtung des franz├Âsischen Rebzucht-Betriebs Seyve-Villard – ist. Die Rebsorte ist allerdings in schlechten Jahren anf├Ąllig f├╝r Botrytis und Essigt├Âne. Der verkostete 2012 lie├č davon jedoch nichts ahnen.