Weingut Heger

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Das Warten hat sich gelohnt: Joachim Heger kam mit zehn Weinen zur Weingilde
(Mai 2016)

Der Beginn des Maitreffens der Weinheimer Weingilde stand unter keinem guten Stern, denn der Referent des Abends, der Besitzer des Weinguts Dr. Heger aus Ihringen am Kaiserstuhl, steckte zwischen Karlsruhe und Bruchsal in einem Großstau fest, und mit ihm die Weine des Abends. Mit fast 45 Minuten Verspätung konnte die Verkostung dann doch beginnen, und was ins Glas kam, entschädigte voll und ganz für die Wartezeit, die zudem durch einen Kurzvortrag des Obergildemeisters über Schokolade verkürzt wurde.

Joachim Heger war nicht damit einverstanden, sein Weingut nur mit sechs bis sieben Weinen vorzustellen, sondern er brachte zehn Weine aus seinem großen Sortiment mit, darunter – etwas unerwartet für den Kaiserstuhl – die meisten Weißweine: eine Cuvée, ein Silvaner, ein Weiß- und ein Grauburgunder, ein Riesling und ein Muskateller als trocken ausgebaute (wie 98% ihrer Weine) sowie eine Trockenbeerenauslese von der Scheurebe. Als rote Rebsorte wurden drei Spätburgunder kredenzt: ein Rosé, eine Erste Lage und ein Großes Gewächs.

Das Weingut Dr. Heger erzeugt Weine auf 26 Hektar Weinbergen, dazu kommen Flächen vom Weinhaus Heger, die von anderen Winzern betreut werden. Als Joachim Heger vor 35 Jahren als dritte Generation das Weingut übernahm, war es gerade mal 6 Hektar groß. Gegründet hatte es sein Großvater, der Landarzt war, im Jahr 1935.

Dass Ihringen einmal der größte Silvaneranbauort Deutschlands war und auch heute noch auf ca. 40 Hektar diese Rebsorte stehen hat, überraschte, denn beim Silvaner denken die meisten wohl vor allem an fränkische Weine. Nach Aussage von Heger hat sich der Silvaner gegenüber Pilzkrankheiten und tierischen Schädlingen am besten bewährt, ist aber weinbaulich und kellertechnisch sehr anspruchsvoll. Ein kleiner Teil der Anbaufläche wird mit einem PS, sprich einem fünfjährigen Kaltblüterross, bearbeitet, was diesem vom Vorbesitzer „zu Tode gespritzten“ Boden wieder Leben eingehaucht hat. Zum Riesling erzählte Heger, dass das Weingut zu den größten Rieslingproduzenten am Kaiserstuhl zählt und die Weine bei Blindverkostungen mit Rieslingen aus aller Welt oft hervorragend abschneiden. Durch Reduzierung der Laubwand wird die Assimilationsleistung der Pflanze verringert und damit auch weniger Zucker in den Trauben produziert. Das erlaubt, trotz der sehr heißen Lage im Achkarrer Schlossberg und im Ihringer Winklerberg durchweg durchgegorene Weine zu erzeugen, ohne dass diese zu alkoholreich werden.

Der Muskateller-Weinberg ist mit seiner Bestockung von 1951 der älteste Weinberg in Baden. Er wird ökologisch bewirtschaftet und komplett per Hand bearbeitet. Joachim Heger deutete den phantastischen Geschmack von Muskatellertrauben mit der Aussage an, dass bei dieser Rebsorte der Schwund während der Lese am größten sei.

Der erste Rotwein trug den Namen Mimus. Das ist der Spitzname von Hegers Vater und sollte ihn mit der Betriebsübergabe, die ihm sehr schwer fiel, versöhnen. Als dieser Wein dann auch in fernen Ländern geschätzt wurde, war er schließlich mit dem Vorgehen seines Sohnes ausgesöhnt. Dieser Wein kommt immer von der Lage Ihringer Winklerberg und wird immer unfiltriert abgefüllt.

Die Besucher des Abends dankten schließlich Joachim Heger herzlich für das neue Weinwissen und die tollen Geschmackserinnerungen. – Beim Treffen der Weingilde im Juni wird das Weingut Thomas Hensel aus Bad Dürkheim zu Gast sein.