Weingut Staab von der Nahe

3. Dezember: Weingut Künstler, Hochheim (Rheingau)

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Katharina_Staab
Weine vom Weingut Staab
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Volles Haus beim Besuch der Königin
Die deutsche Weinkönigin 2017/2018 begeisterte auch mit den mitgebrachten Weinen
(Mai 2019)

Weinbegeisterung pur sprach aus nahezu jedem Wort von Katharina Staab, die beim Maitreffen sieben Weine des Staab‘schen Familienbetriebs in Oberhausen an der Nahe vorstellte. Da verblüffte es dann doch zu hören, dass Weinkönigin zu sein keineswegs von klein auf ihr Traum war. Sie erzählte, dass es sie immer schon in die Welt hinausgezogen habe (Au-pair-Mädchen in Vancouver, BWL-Studium in Prag und Lissabon, Praktikum in London) und sie sich deshalb kaum vorstellen konnte, ein ganzes Jahr lang vor allem auf regionalen Weinfesten unterwegs zu sein.Diese Einstellung änderte sich allmählich während

ihres Lebens in einer Studenten-WG in Lissabon, wo sie anfing, Mitbewohnern, die aus Nichtweinregionen stammten, ihr Genussgetränk Wein nahezubringen. Als sie dann auch noch entdeckte, dass man Wein und BWL durchaus beruflich kombinieren kann, beschloss sie, sich als Nahe-Weinkönigin zu bewerben, und büffelte dafür eine ganze Zeit mehrmals pro Woche bei einem befreundeten Weinkenner. Der Erfolg blieb nicht aus, und ein Jahr später gewann sie auch die Krone der Deutschen Weinkönigin. Dieses Jahr möchte sie nicht missen, auch wenn es so manchmal galt, sehr anstrengende und oft auch sehr anspruchsvolle Termine wahrzunehmen.

Immer wieder lobte sie an diesem Abend ihren Bruder Christian, der mit großem Fleiß und Können den Familienbetrieb führt, unterstützt von den Eltern und z.B. bei der Lese auch von ihr und ihrem zweiten Bruder. Als erstes Produkt wurde ein Spätburgunder Blanc de Noir verkostet, den sie erst seit drei Jahren im Sortiment haben. Die Trauben für diesen schönen Sommerwein mit ungewöhnlich viel Charakter, wurden – wie fast alle ihre Trauben – per Hand gelesen. Der anschließende Grauburgunder S war zum dritten Mal als Königinwein abgefüllt worden: 2016 wegen der Nahe-Krone, 2017 wegen der deutschen Krone und 2018, weil sie zum Zeitpunkt der Lese ja noch Deutsche Weinkönigin war. Katharina Staab erzählte, dass die Wahl auf diesen Wein fiel, weil sie in ihn besonders viel Arbeit steckten. Die Trauben stammen zum Teil von schwerem Lössboden und zum Teil von Schieferboden, was eine ausdrucksstarke Aromatik ergibt. Etwa 10% wurden als Erst- oder Zweitbelegung in Barriquefässern ausgebaut, was sich in einer ganz dezenten Holznote zeigte. Beim darauf folgenden Weißburgunder S war das Erstaunen deutlich, denn hier konnte man eine stärkere Holznote erkennen, obwohl die ebenfalls 10% hier nur als Zweit- und Drittbelegung ins Barrique gekommen waren. Das war der einzige Wein von 2017 und zeigte schön, wie viel runder ein Wein durch ein paar Monate Lagerzeit in der Flasche werden kann.

Katharina Staab hob bei ihren Schilderungen eine Besonderheit des Nahe-Weinanbaugebiets wiederholt hervor: die enorme Bodenvielfalt. Es gibt dort rund 180 verschiedene Bodenarten, die den auf ihnen wachsenden Trauben natürlich auch deutlich unterschiedliche Geschmacks- und Geruchsmerkmale mitgeben. Das belegte sie mit drei trockenen Rieslingen, welche Staabs 2018 zum ersten Mal nach der Bodenart klassifizierten, auf denen sie gewachsen sind. Also gab es einen vom Sandstein, einen vom Tonschiefer und einen vom Rotliegenden – ihre Charakteristiken waren wirklich deutlich unterschiedlich.

Mit einer feinherben Riesling-Spätlese von 2018 endete der Abend. Zu diesem Wein, bekannte Katharina Staab, habe sie eine besondere Beziehung, denn es sei der einzige, bei dem es ihr voller Weinköniginnen-Terminkalender erlaubte, selbst bei der Lese dabei zu sein. Sie beschrieb das Lesegut als einfach unglaublich schön und erwartet, dass der Wein in einem Jahr noch runder schmecken wird. Mit großem Applaus und einem wunderschönen Blumenstrauß wurde Katharina Staab verabschiedet – aber vielleicht war sie ja gar nicht zum letzten Mal zu Gast gewesen.