Weingut Ruck aus Iphofen

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Ein Winzer mit einer Leidenschaft für Küche, Jagd und Jazz
(Mai 2011)

Johann Ruck outete sich in der Weingilde bei der Vorstellung der Weine seines fränkischen Weinguts als begeisterter Koch und Jäger sowie Frontman einer Jazz/Rock-Band. Das dürfte für die Anwesenden die größte Überraschung des Abends gewesen sein, denn dass die Ruck-Weine eine hervorragende Qualität haben, das hatte man erwartet – und fand es vollkommen bestätigt.

Das Weingut kann seine Spuren bis 945 zurückverfolgen, wo seine Vorfahren als Gefolgsleute der Karolinger in der Gegend von Tübingen schon mit Weinbau zu tun hatten. Die Weingeschichte in Iphofen begann 1839, und seither hat immer ein Johann den Betrieb geleitet, derzeit als achter seit zwei Jahren der älteste Sohn des Referenten.

Mit den beiden ersten Weinen, einem trockenen Silvaner und einem restsüßen Bacchus Gutswein, stellte Johann Ruck die Basisqualitätslinie des Weingutes vor, bei der die Rebsorte im Vordergrund steht, weniger die Mineralität und die Bodenart. Vor allem den würzigeren Bacchus empfahl er für Einsteiger in die Welt der Weine.

Der anschließende Silvaner QbA trocken stammte von der Lage Iphöfer Kalb, deren Namen eine Verkürzung von "kahler Berg" sein soll. Der dort vorherrschende leichtere Keuper mit Gips- und Kalkeinschlüssen liefert besonders elegante Weine, wie der 2009er eindrucksvoll unterstrich.

Als Nächstes standen zwei 2008er Große Gewächse auf dem Programm – schließlich ist das Weingut Ruck Mitglied des VDP: ein Silvaner und ein Riesling von 25 Jahre alten Reben der Lage Julius Echter Berg. Diese Lage ist durch eine Vielfalt von Mineralien und Gesteinsarten, die im Trias-Erdzeitalter entstanden sind, geprägt und bietet in der Nähe des Hangfußes ideale Bedingungen für den Silvaner, während der Riesling in der Steillage mit weniger Feinerdeanteil zu Hause ist und dadurch das Terroir besonders zur Geltung kommt. Weinen wie diesen beiden Großen Gewächsen sollte man nach Meinung von Johann Ruck unbedingt ein paar Jahre Zeit lassen; sie hätten vor kurzem 2004er Große Gewächse probiert und es dann bedauert, dass die meisten Flaschen schon früher geleert worden waren.

Als Nächstes folgte eine ESTHERIA, eine Scheurebe, benannt nach der geologischen Schicht, aus der sie ihren Charakter und die Mineralität bezieht, ausgebaut im 300-Liter fränkischen Viertelstückfass aus Iphöfer Eiche. Die Stämme werden frisch zu Fassdauben aufgeschnitten und dann 4 Jahre im Freien gelagert und der Witterung ausgesetzt. Durch diese natürliche „Auslaugung“ kann auf die sonst übliche Toastung verzichtet werden.

Den Abschluss eines Abends voller phantastischer Weine bildete eine Rieslaner Spätlese, nach Ruck eine urfränkische Rebzüchtung aus Veitshöchheim, die sich besonders gut für edelsüße Weine eignet. Durch die Kombination der mehr als 50 Gramm Restzucker mit 11 Promille Säure wirkte der Wein in keinster Weise unangenehm süß, sondern äußerst harmonisch.

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