Winzergenossenschaft Weingarten

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Spitzengewächse badischer Weinkultur
(März 2006)

Wer Wein sagt, hat angefangen, Weingarten zu sagen. So steht es in einem Prospekt der Winzergenossenschaft aus dem malerischen Weinort Weingarten im Sonnenland Baden zwischen Karlsruhe und Bruchsal am Südwestende des Kraichgaus. Weiter heißt es: wer Weingarten nicht nur sagt, sondern auch trinkt, hat den entscheidenden Schritt zum Genießer bereits hinter sich. Was liegt da näher, als dass sich Weinfreunde auf den Weg machen, um herauszufinden, ob dem auch so ist. Sie konnten erfahren, dass der Weinbau in Weingarten eine lange Tradition hat. Eine Urkunde aus dem Jahre 991 des Klosters Weißenburg belegt dies. Auch Funde in der Umgebung von Weingarten belegen die Kultivierung der Weinreben schon unter der Herrschaft der Römer. Der Name Weingarten ist also Programm und kommt nicht von ungefähr. Die Winzergenossenschaft ist heute mit 600 Mitgliedern und über 150 ha Rebfläche eine der wichtigsten Erzeugergemeinschaften im Kraichgau.

Von Kellermeister Georg Lorenz erfuhr die Weingilde weiterhin, dass die Weingartner Winzergenossenschaft die einzige in Europa ist, deren Winzer die komplette Palette der Burgundersorten kultivieren. Dies sind Weiß- und Grauburgunder, Auxerrois, Chardonnay und die roten Sorten Spätburgunder und Schwarzriesling. Diese galt es zu verkosten. Georg Lorenz entsprach dann auch dem Wunsch, nach Weinheim zu kommen und seine "Kinder" vorzustellen. Eine Probe davon war schnell zusammengestellt, die er im Kerwehaus dann auch höchstpersönlich präsentierte.

Ein Pinot-Sekt Blanc de Noir machte den Anfang. Ein weißer Sekt aus blauen Trauben. Ausgebaut im traditionellen Flaschengärverfahren. Ein Sekt mit schöner Perlung und feinem Geschmack. Es folgte ein junger (2005er) Rivaner, also ein trockener Müller-Thurgau im neuen Stil. Mit schöner Frucht und viel Schmelz. Ein harmonischer Begleiter zum badischen Spargel. Der Weiße Burgunder (trocken, aus 2004) probierte sich reif und gehaltvoll mit dezentem Aroma von weißen und exotischen Früchten. Besonderen Anklang fand der Graue Burgunder (Ruländer) Kabinett (trocken, aus 2004). Eigentlich eine Spätlese, die sich gehaltvoll, markant und sehr nachhaltig im Geschmack erwies. Die folgende Chardonnay-Spätlese (trocken, aus 2004) war teilweise im Barrique ausgebaut. Sie überzeugte mit diskreten Anklängen an Vanille- und Toastaromen. Natürlich durfte der „König der Weißweine“, der Riesling, nicht fehlen. Die trockene Spätlese aus 2004 probierte sich mit dezenter Säure, fruchtig (im Duft Apfel und Pfirsich) und überzeugend im Geschmack.

Die Probe endete mit drei Rotweinen. Der für Baden eher untypische trockene Schwarzriesling aus 2004 zeigte sich gefällig im Geschmack. Gehaltvoller und mit Potential für die Zukunft probierte sich der Spätburgunder (trocken, aus 2004) aus alten Reben. Der Abschluss der Probe erfolgte mit einer trockenen Spätburgunder-Auslese aus dem Sonnenjahr 2003. Ein tiefdunkler Wein, extraktreich, mit reifer Frucht und Beerenaromatik. Er steht noch am Anfang seiner Entwicklung und wird seine volle Größe erst in ein paar Jahren entfalten.

Damit ging eine Probe zu Ende, die zeigte, dass auf den Muschelkalkböden im südlichen Kraichgau zwischen Walldorf und Karlsruhe Weine heranwachsen, die fein-fruchtig, elegant und auch gehaltvoll sind. Gehaltvoll war auch der Vortrag von Kellermeister Georg Lorenz, der den Weingildianern einen interessanten, lehrreichen und kurzweiligen Abend bescherte.