Spanische Weine von der BASF

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Die BASF zu Gast bei der Weinheimer Weingilde
(März 2005)

Die Kellerei der BASF besteht seit 1901 und lagert etwa eine Million Flaschen; ihre Mitarbeiter führen rund 4000 Blindverkostungen mit bis zu 7 Testern pro Jahr durch. Kunden sind nicht nur Einzelpersonen, sondern beispielsweise eine ganze Reihe von deutschen Botschaften. – Mit diesen Informationen stellte der Referent des Märztreffens der Weingilde, Bernhard Wolff, seinen Arbeitgeber vor, bevor er die Anwesenden ins Weinland Spanien entführte. Dort gibt es Belege für eine Weinerzeugung schon im 2. Jahrtausend vor Christi; heute sind mittelständische Weingüter eine Seltenheit; der meiste Wein wird von Genossenschaften oder Großkellereien, die Trauben gezielt aufkaufen, erzeugt.

Dass beim Land mit der größten Weinanbaufläche in Europa eine Auswahl getroffen werden musste, versteht sich von selbst, und deshalb beschränkte sich Bernhard Wolff auf den nördlicheren Teil des spanischen Festlandes. Die Regionen, aus denen die Weine kamen, waren von Ost nach West Penedés bei Barcelona, Costers del Segre, Priorato, Navarra, Rioja, Ribera del Duero, Toro und Rías Baixas an der galizischen Atlantikküste. Auch bei den Rebsorten konnten bei weitem nicht alle verkostet werden, denn schließlich gibt es in Spanien davon über 600.

Wolff erklärte auch, welche Angaben auf dem Etikett eines spanischen Weins dem Kunden Auskunft über das Alterungspotenzial geben: Es sind die Bezeichnungen "Crianza" für Weine, die zwei Jahre im Weingut lagern, davon ein halbes Jahr im Eichenfass, "Reserva" für Weine, die nach drei Jahren im Weingut, davon ein Jahr im Eichenfass, in den Handel kommen, und "Gran Reserva" für solche, die erst nach fünf Jahren, davon zwei Jahre im Eichenfass, das Weingut verlassen.

Als Erstes gab es – eher untypisch für Spanien – einen Weißwein: einen Albariño von 2002, der noch sehr jugendlich wirkte. Ihm folgten sieben Rotweine, deren jüngste, ein Wein von der Hazienda Zorita Tinto und einer vom Kultweingut Les Terrasses, dessen Reben auf etwa 700 Meter Höhe stehen, ebenfalls von 2002 waren. Ein Nekeas Crianza von 1999 war wie ein Gotim Bru von 2001 eine Cuvée aus Tempranillo, Merlot und Cabernet Sauvignon. Der Nekeas aus dem Gebiet Navarra – früher Heimat der Weine der Könige – war zwölf Monate im Fass gewesen, und der Gotim Bru kam aus der Region Costers del Segre, die durch sehr starke Temperaturschwankungen gekennzeichnet ist. Sein ein Jahr älterer Bruder war dem "Weinpapst" Parker 92 Punkte wert, und auch der verkostete 2001er präsentierte sich körperreich und ausgewogen.

Das Gebiet Toro, das noch ein Geheimtipp ist, war durch einen 2000er Bajos Crianza vertreten, die Reserva-Qualität wurde mit einem 96er Cabernet Sauvignon vom Weingut Jean Leon ausgezeichnet präsentiert, und der Gran Reserva kam aus dem Rioja: ein 97er Conde de Valdemar, der die traditionellen spanischen Weine würdig vertrat.

Als Letztes auf der Liste stand "Surprise", und da hatte sich Bernhard Wolff eine Überraschung für die Weingilde einfallen lassen, für die er allerdings seinem Motto etwas untreu werden musste: Er hatte einen 74er Rivesaltes aus der Gegend von Roussillon mitgebracht. Mit diesem roten Dessertwein, der einen Alkoholgehalt von 17 Prozent hat, wollte er der Weingilde zu ihren Anfängen in den frühen 70er Jahren gratulieren. Mit diesem edlen Tropfen klang ein informativer und sehr unterhaltsamer Abend aus.

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