Weingut Rux

5. September: Jahreshauptversammlung

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Christoph_Ruck

Stuttgarter Weine stie├čen auf gro├čes Interesse – Christoph Ruck bei der Weingilde
(November 2013)

Der Stuttgarter Stadtteil M├╝hlhausen ist das Zuhause von Christoph Ruck, und dort erzeugt er zusammen mit seiner Frau seit einigen Jahren Wein. Abliefern bei einer Winzergenossenschaft kam dem Spross eines angesehenen fr├Ąnkischen Weinguts nie in den Sinn – denn dann k├Ânne man ja gleich Kartoffeln anbauen, so seine Begr├╝ndung. Den Namen seines Weinguts – RUX – erkl├Ąrt er damit, dass sie schlie├člich die Rucks seien und dass RUX genauso klinge.

Wie bei einem schw├Ąbischen Weingut zu erwarten, liegt der Schwerpunkt mit etwa 65% auf den Rotweinen. Trotzdem begann der Abend mit zwei Wei├čweinen, einem trockenen Riesling, der von ├╝ber 50 Jahre alten Reben stammte, und einem Wei├čburgunder, der sechs Monate in alten Barrique-F├Ąssern gelagert hatte. Ruck ist ein gro├čer Burgunderfreund und kein gro├čer Freund von neuem Barrique, weil das bei vielen Weinen den eigentlichen Weincharakter erheblich verf├Ąlsche. Er will seine Weine eher schlank, filigran und feinfruchtig, was mit neuem Barrique nicht vereinbar ist.

Als ├ťbergang zu den Rotweinen gab es einen Trollinger-Ros├ę, f├╝r den die Trauben fr├╝h gelesen werden, damit der Wein trotz Durchg├Ąren (nur 1 g Restzucker) leicht bleibt (11,5 % Alkohol). Ruck erkl├Ąrte, warum die Trollinger-Rebe, die urspr├╝nglich wohl im Friaul zu Hause war und eigentlich sowohl im An- als auch im Ausbau eher ÔÇ×zickig“ ist , in Schw├Ąbischen so verbreitet ist: In Schwaben galt beim Vererben die Realteilung, und wenn die so immer kleiner werdenden Weinberge dennoch weiterhin eine Familie ern├Ąhren sollten, musste eine ertragreiche Rebsorte her, und das ist der Trollinger, wenn man ihn nicht bremst.

Der vierte Wein war ein Trollinger, der tats├Ąchlich nach Rotwein aussah und schmeckte. Dann folgte ein Lemberger von 1978 in Hohenhaslach gepflanzten Rebst├Âcken, die er seit 2011 gemeinsam mit einem Freund bearbeitet. Der Wein hatte eineinhalb Jahre in ├Ąlteren Barrique-F├Ąssern gereift, und Ruck meinte, den zweiten Jahrgang dieses Experiments, den 2012er, wolle er ganze zwei Jahre reifen lassen, denn der 2011er sei in den ersten Monaten nach dem Abf├╝llen noch sehr kantig gewesen. Der anschlie├čende Sp├Ątburgunder stammte von einem Weinberg, auf dem bis 2003 noch Trollinger gestanden hatte und f├╝r den er den Klon und die Unterlage in Frankreich gekauft hatte. Der Sp├Ątburgunder war eigentlich vor dem Trollinger in M├╝hlhausen gewesen, doch heute gibt es dort nur drei Weinberge mit dieser Rebsorte.

Laut ausgeteilter Liste h├Ątte damit die Probe eigentlich zu Ende sein sollen, doch Christoph Ruck hatte noch eine ├ťberraschung dabei: einen Trollinger Nimbus. Die Trauben f├╝r diesen Wein wuchsen an ├╝ber hundert Jahre alten Rebst├Âcken, die teilweise sogar wurzelecht sind. Bei diesem Alter ist der Ertrag nicht mehr hoch, doch das hilft gerade beim Trollinger, dass er gehalt- und charaktervoll wird. In einem guten Jahre erhalten sie aus den knapp 10 Ar etwa 400 Flaschen Wein. Dass sie einen Trollinger im Glas hatten, konnten die G├Ąste bei diesem Wein fast nicht glauben – die Ehrenrettung des Trollinger war gelungen.