Weingut Rux

6. Februar: Weingut Neuspergerhof aus dem pfälzischen Rohrbach

Zur Homepage von Ruck jun.
Zu den Ruck-Weinen
Zur Jahres√ľbersicht 2013
Christoph_Ruck

Stuttgarter Weine stießen auf großes Interesse РChristoph Ruck bei der Weingilde
(November 2013)

Der Stuttgarter Stadtteil M√ľhlhausen ist das Zuhause von Christoph Ruck, und dort erzeugt er zusammen mit seiner Frau seit einigen Jahren Wein. Abliefern bei einer Winzergenossenschaft kam dem Spross eines angesehenen fr√§nkischen Weinguts nie in den Sinn – denn dann k√∂nne man ja gleich Kartoffeln anbauen, so seine Begr√ľndung. Den Namen seines Weinguts – RUX – erkl√§rt er damit, dass sie schlie√ülich die Rucks seien und dass RUX genauso klinge.

Wie bei einem schw√§bischen Weingut zu erwarten, liegt der Schwerpunkt mit etwa 65% auf den Rotweinen. Trotzdem begann der Abend mit zwei Wei√üweinen, einem trockenen Riesling, der von √ľber 50 Jahre alten Reben stammte, und einem Wei√üburgunder, der sechs Monate in alten Barrique-F√§ssern gelagert hatte. Ruck ist ein gro√üer Burgunderfreund und kein gro√üer Freund von neuem Barrique, weil das bei vielen Weinen den eigentlichen Weincharakter erheblich verf√§lsche. Er will seine Weine eher schlank, filigran und feinfruchtig, was mit neuem Barrique nicht vereinbar ist.

Als √úbergang zu den Rotweinen gab es einen Trollinger-Ros√©, f√ľr den die Trauben fr√ľh gelesen werden, damit der Wein trotz Durchg√§ren (nur 1 g Restzucker) leicht bleibt (11,5 % Alkohol). Ruck erkl√§rte, warum die Trollinger-Rebe, die urspr√ľnglich wohl im Friaul zu Hause war und eigentlich sowohl im An- als auch im Ausbau eher ‚Äězickig“ ist , in Schw√§bischen so verbreitet ist: In Schwaben galt beim Vererben die Realteilung, und wenn die so immer kleiner werdenden Weinberge dennoch weiterhin eine Familie ern√§hren sollten, musste eine ertragreiche Rebsorte her, und das ist der Trollinger, wenn man ihn nicht bremst.

Der vierte Wein war ein Trollinger, der tats√§chlich nach Rotwein aussah und schmeckte. Dann folgte ein Lemberger von 1978 in Hohenhaslach gepflanzten Rebst√∂cken, die er seit 2011 gemeinsam mit einem Freund bearbeitet. Der Wein hatte eineinhalb Jahre in √§lteren Barrique-F√§ssern gereift, und Ruck meinte, den zweiten Jahrgang dieses Experiments, den 2012er, wolle er ganze zwei Jahre reifen lassen, denn der 2011er sei in den ersten Monaten nach dem Abf√ľllen noch sehr kantig gewesen. Der anschlie√üende Sp√§tburgunder stammte von einem Weinberg, auf dem bis 2003 noch Trollinger gestanden hatte und f√ľr den er den Klon und die Unterlage in Frankreich gekauft hatte. Der Sp√§tburgunder war eigentlich vor dem Trollinger in M√ľhlhausen gewesen, doch heute gibt es dort nur drei Weinberge mit dieser Rebsorte.

Laut ausgeteilter Liste h√§tte damit die Probe eigentlich zu Ende sein sollen, doch Christoph Ruck hatte noch eine √úberraschung dabei: einen Trollinger Nimbus. Die Trauben f√ľr diesen Wein wuchsen an √ľber hundert Jahre alten Rebst√∂cken, die teilweise sogar wurzelecht sind. Bei diesem Alter ist der Ertrag nicht mehr hoch, doch das hilft gerade beim Trollinger, dass er gehalt- und charaktervoll wird. In einem guten Jahre erhalten sie aus den knapp 10 Ar etwa 400 Flaschen Wein. Dass sie einen Trollinger im Glas hatten, konnten die G√§ste bei diesem Wein fast nicht glauben – die Ehrenrettung des Trollinger war gelungen.