Jahreshauptversammlung 2015

5. Dezember: Weine aus La Palma

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Jahreshauptversammlung mit Querbach-Weinen
(Oktober 2015)

Die Jahreshauptversammlung der Weinheimer Weingilde, die auf das Jahr 2014 zurückschaute und natürlich auch einen Ausblick auf die nächsten Monate bot, wurde von einer reinen Rieslingprobe begleitet, bei der alle Weine vom Rheingauer Weingut Querbach stammten. Anders als im Dezember 2005 war der Winzer diesmal nicht selbst anwesend, sondern Gildemeister Jens Zepp hatte ihn besucht und Schätze aus den Jahren 2001, 2003, 2005, 2008, 2010 und 2012 mitgebracht – alles Weine mit der Bezeichnung „Q1 Oestrich Lenchen“. Querbach gehört zu den wenigen Weingütern in Deutschland, die auch noch Weine früherer Jahrgänge im Verkauf haben.

Zwischen den einzelnen Weinen wurde die Tagesordnung der Hauptversammlung abgearbeitet, was in diesem Jahr besonders einfach war, weil keine Wahlen anstanden. Der Verein ist finanziell gesund, und seine Mitgliederzahl ist stabil, wobei Obergildemeister Siegfried Weber kein Hehl daraus machte, dass man sich freuen würde, wenn noch mehr Weinenthusiasten den Weg zur Weingilde finden würden. Neben den Gildemitgliedern tun das schon viele Gäste, vor allem an Abenden, an denen große Namen der Weinwelt als Referenten gewonnen werden konnten. Dies unterstreicht die Attraktivität der monatlichen Weinabende.

Die Vertikalprobe ging von alt nach jung, obwohl solche Proben oft anders aufgebaut werden, aber Jens Zepp begründete das damit, dass es die gereiften Weine oft schwer hätten, sich nach jungen, noch stark von Primäraromen dominierten Weinen zu behaupten.

Als Querbach vor über 15 Jahren einen Verschluss für seine Weine gesucht hat, der das ärgerliche Problem der Korkschmecker beseitigt, wurde er bei der Champagnerherstellung fündig. Dort wird während der Flaschenreifung ein Kronenkorken verwendet, und dieser erschien ihm auch für den Wein ideal. Er machte den Hersteller in Italien ausfindig und passte das Produkt an seine Vorstellungen an. Allerdings blieb er mit dieser Lösung leider eine Ausnahme, wie auch in manch anderer Hinsicht. So kommen seine Top-Weine erst nach zwei Jahren in den Verkauf. Alle Weine werden durch Spontanvergärung erzeugt; dabei setzt er überwiegend auf Holzfässer und lässt den Weinen etwas mehr Restsüße, als es für die Kennzeichnung trocken zulässig ist, er nennt dies „international trocken“. Doch wie die Probe eindeutig belegte, steht das seinen Weinen ausgezeichnet, denn die rieslingtypische Säure bildet ein perfektes Gegengewicht zur Süße. Was diese Vertikalprobe auch sehr schön demonstrierte, ist der Einfluss des Winzers: Über alle Jahre ließ sich die gleiche Charakteristik erkennen, z.B. ein deutliches Grapefruitaroma, egal ob der Wein gereift oder noch jung war.

Besonders beeindruckend war der Wein von 2003, dem Jahrhundertsommer, in dem viele Winzer große Probleme hatten, ausgewogene und haltbare Weine zu erzeugen. Querbachs Wein zeigte noch kein bisschen Firntöne, sondern wirkte einfach enorm rund – der pure Genuss!

Im November hat die Weingilde das renommierte Weingut Reichsrat von Buhl zu Gast. Wir sind gespannt auf eine sicherlich herausragende Weinprobe; Gäste sind wie immer willkommen.