Praxi Wagener

3. September: Jahreshauptversammlung mit sizilianischen Weinen

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Die Weinheimer Weingilde trauert um

Praxi Wagener

Mit ihr verlieren wir jemanden, der über viele Jahre durch seinen Ideenreichtum und unermüdlichen Einsatz erheblich zum Erfolg unserer Veranstaltungen beigetragen hat. Wir werden dieses den Menschen zugewandte, enorm hilfsbereite und vielseitig interessierte Mitglied unseres Vereins sehr vermissen.

Im Namen der Weinheimer Weingilde

Siegfried Weber
Obergildemeister

Mit folgenden Zeilen erinnerte Siegfried Weber bei der Beisetzung am 15. August 2019 an die Verstorbene:

Liebe Angehörige, liebe Trauergemeinde,

ich möchte hier in dreifacher Funktion ein paar Worte der Erinnerung und des Dankes sagen: als Vorstand der Weinheimer Weingilde, die Praxi enorm viel zu verdanken hat, als Mitglied einer Gruppe von Weinfreunden, der Praxi angehörte, und als jemand, der Praxi als verlässliche Freundin zu schätzen gelernt hat.

Praxi gehörte seit Juli 1999 der Weinheimer Weingilde an und ließ sie sehr bald von ihren hervorragenden Kenntnissen der Weinwelt profitieren. Von 2008 bis 2013 war sie Mitglied des Vereinsvorstands und sorgte dafür, dass viele hochrangige Winzer eine Einladung nach Weinheim annahmen. Zudem organisierte sie wein- und kulturreiche Ausflüge, die jedem, der dabei war, in bester Erinnerung sind; ganz besonders gilt das sicherlich für den mehrtägigen Ausflug ins Beaujolais im Jahr 2006. Doch auch nachdem sie aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt niedergelegt hatte, dauerte es nicht lange, bis sie wieder genug Energie hatte, um auch als einfaches Mitglied weiterhin viele reizvolle Abende und Ausflüge zu planen. Es wird alles andere als einfach sein, die Lücke, die sie hinterlässt, zu schließen.

Nun zu den erwähnten Weinfreunden: Dieser Gruppe gehörte Praxi über zwanzig Jahre an. Auch hier war ihr Beitrag überproportional groß: Sie schlug interessante Weinproben vor und besorgte die benötigten Weine, sie stellte für viele Treffen ihre Wohnung zur Verfügung, und sie organisierte Wochenendausflüge in deutsche Weinregionen und Besuche einiger Weingüter dort. Als zwei Beispiele seien eine Fahrt ins Fränkische und eine in den Rheingau genannt. Keiner von uns wird vergessen, wie sie einmal etwas später zu einer unserer Proben kam, bei der wir alle schon rätselten, woran uns ein bestimmter Wein vom Geschmack her erinnerte, und beim ersten Schluck sofort sagte „unreife Ananas“ – da konnten wir nur zustimmen und ihr Geschmacksgedächtnis bewundern.

Telefonate mit Praxi waren immer ein Erlebnis. Sie erzählte enorm bildhaft von Besuchen bei Winzern oder in guten Restaurants, wobei sie oft das Menü sehr detailliert wiedergeben konnte, was mir nie gelingen wollte. Doch auch schwierige oder lustige Momente konnte man gut nachfühlen, wenn man ihr zuhörte. Bat man sie für sich selbst oder für einen Bekannten um Tipps, was Weingüter, Restaurants oder auch Kunstausstellungen anging, blieb es nie bei einem einzigen Vorschlag. Ihre Interessen waren einfach bewundernswert breit gefächert.

Ich wünsche mir, dass diese wenigen Worte etwas die Wertschätzung deutlich machen konnten, die wir Praxi entgegengebracht haben.