Weingut Ansgar Clüsserath

2. Oktober: Jahreshauptversammlung für 2017

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Klein, aber fein: Das Weingut Ansgar Clüsserath stellte sich vor
(September 2018)

Auch wenn ein paar Anläufe notwendig waren, im September war es so weit: Eva Clüsserath-Wittmann aus Trittenheim an der Mosel präsentierte bei der Weinheimer Weingilde das Weingut, das sie – unterstützt durch ihre Eltern –seit 2001 führt.

Der Betrieb kann auf eine lange Familientradition zurückblicken: 1670 wurde er erstmals urkundlich erwähnt, doch da an der Mosel – nach Aussage von Frau Clüsserath-Wittmann – eigentlich nie etwas anderes als Weintrauben sinnvoll angebaut werden konnte, dürfte die Familiengeschichte noch länger zurückgehen.

Eröffnet wurde der Abend mit einem traditionell hergestellten Rieslingsekt brut von 2015, dessen Grundwein, wie Clüsserath-Wittmann auf Nachfrage bestätigte, im großen Holzfass ausgebaut worden war. Das gab dem Sekt eine enorme Cremigkeit. Danach folgte ein Weißburgunder, die Rebsorte, die in diesem zu 98% Riesling anbauenden Betrieb die 100% voll macht. Seine Rebstöcke stehen wie die aller Weine des Weinguts auf Schieferböden, und zwar in den höheren Lagen, so dass die Trauben etwa gleichzeitig mit den Rieslingtrauben in den tieferen Lagen reif werden, was die Lese vereinfacht.

Eva Clüsserath-Wittmann erläuterte, dass ihr Ziel elegante Weine mit gutem Reifepotenzial und individuellem Charakter sind, und sie setzt deshalb auf Handlese in mehreren Durchgängen (um überreife Trauben zu vermeiden), Maischestandzeiten (je nach Jahr bis 36 Stunden), Spontanvergärung und relativ niedrige Alkoholwerte (auch bei den trocken ausgebauten Weinen, die bei ihnen 70% ausmachen). Außerdem verzichtet sie auf das Entsäuern der Weine, sondern nutzt längere Maischestandzeiten und längeren Kontakt mit der Hefe, um den Säuregehalt zu beeinflussen.

Mit der dritten Probe, einem „Vom Schiefer“ wurde das Reich des Rieslings betreten. Dieser Wein ist eine Lagencuvée, die den Hauptteil der Produktion ausmacht. Ihm folgte ein „STEINREICH“, zu dem Clüsserath-Wittmann erklärte, dass er aus der Lage Trittenheimer Apotheke stamme.

Die sich anschließenden Weine entsprachen dem Bild, das traditionell von Moselweinen existiert: ein feinherber Piesporter Goldtröpfchen, ein Kabinett von der Trittenheimer Apotheke und eine Auslese von 2013, ebenfalls von der Trittenheimer Apotheke. Auch der Piesporter Weinberg besteht aus Blauschiefer, doch der ist stärker verwittert als der in Trittenheim und daher wasserreicher, was die Weine fruchtiger und voluminöser macht. Die Zuckergehalte stiegen von rund 20 über gut 40 auf etwa 130 Gramm, doch in keinem Fall konnte man von einem unangenehm pappig süßen Wein sprechen.

Überraschend war sicherlich für einige, dass das nur fünf Hektar große Weingut inzwischen 70% seiner Weine nicht direkt an die Endkunden verkauft, sondern zur Hälfte an Weinhändler in Deutschland und zur anderen Hälfte ins Ausland, wobei hier die USA und Europa dominieren.

Mit einem herzlichen Dank und einem kleinen Blumenstrauß wurde die Referentin auf ihren Heimweg entlassen, der allerdings nur bis Westhofen führte, denn dort, im Weingut Wittmann, liegt der familiäre Mittelpunkt der Familie.

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