Weine aus Süditalien

10. Oktober: Weingut Dr. Loosen

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Abruzzen, Apulien, Kalabrien und Sizilien waren die Herkunftsregionen
(September 2015)

Im September konnten die Besucher des Monatstreffens der Weinheimer Weingilde Weine genießen, deren Trauben die volle Sonne Italiens erlebt hatten. Claudio Giorgiutti, der Sommelier eines Feinkosthandels für italienische Produkte in Viernheim, stellte sie vor, und er hatte außerdem noch Gran Padano und zwei Sorten Salami als kulinarische Ergänzung dabei.

Doch eröffnet wurde der Abend mit einem extratrockenen Jahrgangs-Prosecco des Weinguts Maccari aus der Provinz Treviso. Giorgiuttis Aussage, dass der Name der Traubensorte nicht Prosecco, sondern Glera sei, verblüffte, und eine kurze Internetsuche ein paar Tage später brachte einen Treffer, in dem behauptet wurde, dass die Umbenennung von Prosecco in Glera 2010 erfolgt sei. Der Anbau dieser Rebsorte in der Provinz Treviso hat laut Giorgiutti in den letzten Jahren durch das Ausdehnen über die klassische Prosecco-Region hinaus enorm zugenommen: 2015 wurden 90 Millionen Flaschen abgefüllt!

Dem Prosecco folgten zwei 2014er Weißweine, ein Trebbiano d’Abruzzo von Collefrisio und eine Cuvée aus Weißem Greco und Chardonnay von Iuzzolini. Der Betrieb Collefrisio entstand aus dem Zusammentreffen zweier Weinenthusiasten: Amedeo De Luca und Antonio Patricelli, die aus Weinbaufamilien stammend ein Weingut neu gründeten, um dort ihre Vorstellungen von hochwertigen Weinen zu verwirklichen. Die Familie Iuzzolini hat erst 2005 die Verarbeitung der Trauben in die eigenen Hände genommen und seither die Weinkultur in Kalabrien auf den Kopf gestellt. Beide Weine kamen sehr gut an, denn trotz ihrer südlichen Herkunft und damit geringeren Säure waren sie recht filigran – nicht breit, wie man es bei Weißweinen aus südlichen Regionen oft erlebt.

Der erste Rotwein stammte ebenfalls von Collefrisio: ein Montepulciano aus der Linie Vignaquadra, der einen sehr guten Eindruck hinterließ. Ihm folgte ein sizilianischer Wein: eine Cuvée aus Nero D’Avola und Syrah von der Cantine Nicosia, der den Einfluss des Ätnas schön illustrierte. Mit einem Sasseo Primitivo von der apulischen Halbinsel Salento ging es weiter. Hinter diesem Wein steht die Casa Vinicola Zonin, die neun Weingüter in den sieben besten Weinbaugegenden Italiens und in Virginia (USA) mit insgesamt rund 2000 Hektar Rebflächen von 32 Önologen und Landwirten betreuen lässt. Zum Abschluss eines sehr aufschlussreichen Abends gab es noch einen Iuzzolini-Wein, einen Muranera Rosso. In ihm sind zwei autochtone kalabrische und zwei internationale Sorten zu einer reizvollen Cuvée vereint: Gaglioppo, Magliocco, Cabernet Sauvignon und Merlot.

Obergildemeister Siegfried Weber dankte Claudio Giorgiutti für den schönen Abend. Giorgiutti war bereits zweimal bei der Weingilde zu Gast gewesen war und fühlt sich in dieser Gruppe von Weinfreunden so wohl, dass er nun gemeinsam mit seiner Frau überlegt, der Weingilde beizutreten. Ein größeres Kompliment kann ein Verein wohl kaum bekommen.

Im Oktober trifft sich die Weingilde zur Jahreshauptversammlung, und der Vorstand hofft auf rege Teilnahme.